Gedanken und Tagesablauf von Bremer (Kapitel 3)

Ich sitze immer noch in der Wohnung und starre aus dem Fenster auf die Straße. Frauen kommen und gehen mit ihren Wassereimern die Straße entlang. Ich muss mich wohl noch eine ganze Zeit in dieser Wohnung rum schlagen. Lena kümmert sich aber recht gut um mich. Sie macht mir extra ihren speziellen Eichelkaffe und kocht regelmäßig für mich. Dafür bin ich ihr Recht dankbar. Nun sitze ich also hier wieder und versuche ein Kreuzworträtsel zu lösen. Aber in Gedanken bin ich bei meinen Kameraden. Das blöde Radio geht wieder nicht. Ich muss doch wissen wie es aussieht mit den alliierten Truppen. Die Suche nach einem funktionierendem Radio endete in einer Durchsuchung von Lenas alten Sachen. Ich fand ein altes Fotoalbum und fing an es durch zuschauen. Lena sieht sehr glücklich und gut aus mit ihren leuchtend blonden Haaren. Außerdem war sie sehr gewagt angezogen. Aber das gefällt mir. Außerdem fand ich ein paar interessante Fotos von ihrem Mann und Sohn. Ich will es nicht zugeben aber ich bin eifersüchtig auf ihr Kind. Als ich das Album weg legte, fand ich die nächste interessante Sache. Ein Brief von Klaus Meyer. Ein eigenartiger schnulziger Brief den ich nie so schreiben könnte. Ich ging ins Schlafzimmer und öffnete ein paar Fächer. Ich fand nur ein paar ordentlich gestapelte Herrenoberhemden und Anzüge. Lena hob also die Sachen von Garry auf, vielleicht weil sie dachte er komme nochmal wieder. Total in meinen Gedanken hörte ich ein leises zarghaftes Klopfen an der Tür. Ich rannte so schnel ich konnte in die Kammer und versuchte leise und ruhig zu atmen. Hatte ich jetzt was vergessen? Lagen da jetzt noch Sachen von mir rum? Ich sah durchs Schlüsselloch Lammers. Er ging zuerst in die Küche dann ins Wohnzimmer. Plötzlich stand Lammers genau vor der Kammertür und versuchte sie zu öffnen doch es ging nicht. Er entfernte sich und ging ins Bad. Mich durchfuhr ein kalter Schauer. Mein Rasierzeug. Es muss noch im Bad liegen zwar trocken aber er wird merken, dass es letztens erst benutzt wurde. Ich hörte wie Lammers zur Tür raus ging. Als ich sicher war, nichts mehr zu hören, verließ ich die Kammer und ging sofort ins Badezimmer. Mein Rasierzeug war weg. Lammers muss es mit genommen haben. Er wird kommen und mich töten. Als Lena endlich wieder kam, sagte ich ihr, dass Lammers mein Rasierzeug mit genommen hat. Doch Lena lachte nur und mir war da klar, dass sie es versteckt haben muss. Das war echtes Glück sonst hätte ich hier weg gemusst. Sie küsste mich, sagte mir ich sei stachelig im Gesicht und sagte außerdem ich soll nicht so viel rum laufen, weil die Frau Eckleben schon die Polizei rufen wollte.Wir wollten in die Küche gehen, dabei spielte ich auf den Curry an. Lena ignorierte es aber und erzählte für wen der Pulli sei. Als wir dann in der Küche waren, versuchte ich es nochmal aber ohne Erfolg. Nach dem Essen verschwand ich aufs Klo um zu Rauchen. Wenn ich mir eine anstecke riecht man das sofort durch das ganze Haus.Als ich wieder kam, ging ich auf Lena zu und packte ihr unter ihre Bluse doch sie ging ein Schritt zurück und fragte, ob ich eine Frau hätte. Ich sagte nein. Darauf lachte sie sehr gekünzelt. Ich küsste sie einfach und wir gingen zusammen ins Bett, doch wir mussten mit den Matratzen in die Küche umziehen, weil Frau Eckleben genau unter uns schlief.Die Matratzen ähnelten einem Floß. "Darauf lassen wir uns zum Kriegsende treiben, sagte sie, jetzt komm mal mein Held, und zog mich sich auf das Matratzenfloß".

4.12.15 17:14

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